‘Marken-PCs’ sind wie Fertiggerichte aus der Dose - Computer-Verkauf an Unternehmen stagnier…

Schnell eingekauft, schnell konsumiert, nur schmeckts halt nicht.
Ein gut zusammengeschraubter Rechner ist wie ein selbst gekochtes
Gericht.
Es bedarf etwas mehr Vorwissen und etwas mehr Mühe, aber
das Resultat ist dann eben so, wie man es haben will.
Und ich (bzw. die Firma) will einen stabilen Rechner, der in zwei
Jahren nicht zum alten Eisen gehört, und keine Servicekosten
verursacht.
Wenn ich einen Rechner haben will, der die Performance dort hat, wo
ich sie brauche (also kein Schrottboard, keine SchrottRAMs, keine
1GB-Grafikkarte,
die so teuer ist wie ein Auto aber dafür gute Quakebenchmakrs
liefert),
dann wird man auch preislich nicht über die MarktenPCs kommen.
Sehr wohl aber bei der Qualität.
Mein letzter zusammengeschraubter Firmenrechner:
Chieftec-Gehäuse, Enermax-Netzteil, Asus A7V8X mit SATA etc., 512MB
Samsung Original RAM, Athlon XP 2200 (oder so), Arctic Cooling Super
Silent 2500 (billig und leise), Pioneer DVD, 3Com Bulk Netzwerkkarte,
80Gig 7200 Maxtorplatte, billige Saphire Grafikkarte mit ATI-Chip und
fertig. (auf’s 3 1/2″LW hab ich geschissen, wenn auch nicht der große
Kostenfaktor)
Ergebnis: ein wirklich hochqualitativer Rechner mit (aus Sicht einer
Firma) akzeptablem Preis, der voraussichtlich nicht so schnell
eingeht und dann mehr Prozessorpower zu einem günstigen Preis
bekommt, wenn sie wirklich mal notwendig ist. (D.h. in einem Jahr
wird ein Prozessor eingekauft, der 50% schneller ist,
aber einen Hasenfurtz kostet, und evtl. ein Speicherupgrade, wenn
notwendig)
Für den Bürobedarf wird die 80Gig-Platte wohl lange reichen, wenn
nicht, kann
ich eine 10.000upm-Riesen-SATA-Platte in zwei bis drei Jahren
nachrüsten, die
beim nächsten Upgrade weiterverwendet werden kann.
Was nützt mir ein sogenannter Marken-Rechner mit Super-Wartung, die
eine
Lawine kostet, wenn dann ein Wartungsfall eintritt?
Vielleicht ist der Rechner in einigen Tagen wieder einsatzbereit, und
ich hab
vielleicht keine Kosten beim Hersteller, aber die Folgekosten, die so
ein Ausfall verursacht bleiben trotzdem an mir hängen, und die
erreichen schnell
mal einige hundert Euro.
Seit dem ich Sysadmin bei einer 50-Mann-Firma in Österreich werden
auch Dell-Notebooks und keine Gericomteile mehr eingekauft. Das hat
sich bisjetzt wirklich extrem bezahlt gemacht. Und die stationären
Rechner schraub ich persönlich zusammen. Feinheit.
(Auf den vorletzten Rechner ist Linux mit IDE-SoftwareRAID
raufgekommen. Ist ein unglaublich performanter Fileserver in einer
Windowsdomäne. Schade, daß da das 100Mbit-Netzwerk nicht mehr
mitkommt :-) EINEN HAKEN HAT DIE SACHE ABER:
Man hat in einer Firma kein gutes Image, wenn man auf günstige,
hochqualitative Alternativen setzt, denn oft können Chefs die
Performance nicht messen, sondern nur die verbrauchte Kohle, die dann
mit Qualität verwechselt wird. Auch werden nicht auftretende Fehler
nie positiv bemerkt, weil man sie nicht ’sieht’.
Bei Microsoft-Systemen hab ich auch nie Argumentationsprobleme wenn
etwas nicht so läuft wie geplant, denn hierbei nimmt man Probleme
schon aus traditionellen Gründen einfach in Kauf. Bei
unkonventionellen Systemen, auch wenn sie in Summe besser sind, muß
man oft selbst den Kopf hinhalten.
Es hat mich aber nicht entmutigt, meine unkonventionelle Einstellung
beizubehalten, und langfristig gesehen sitze ich am längeren Ast.
C.U.,
WhyLee.

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